Affektlabilitätleichte Beeinflussbarkeit von Stimmungen und Gefühlsäußerungen mit raschen und starken Schwankungen; kann u.a. in fortgeschrittenerem Stadium bei MS auftreten.
afferentaufwärts, in Richtung des Gehirns leitend, z.B. sensible Reize.
AffinitätAnziehung, chemische Verwandtschaft, Neigung, einen bestimmten chemischen Stoff anzuziehen.
Anfall(Iktus) akute, vorübergehende Veränderung des Bewusstseinszustandes, oft von Krämpfen begleitet (Epilepsie). Auch Kreislaufkollaps (Synkope) infolge plötzlichen Blutdruckabfalls.
antiinflamatorischgegen entzündliche Vorgänge gerichtet.
AreflexieEs können keine Muskeleigenreflexe ausgelöst werden.
Baclofen-PumpeDas Medikament
Baclofen (z.B. Lioresal®) wird vorzugsweise zur Behandlung der Spastizität eingesetzt. Es wirkt vorwiegend auf motorische Schaltkreise des Rückenmarks, sodass sich neben der oralen systemischen Anwendung auch das direkte Einbringen in den Liquorraum, der das Rückenmark umgibt, anbietet. Die Baclofen-Pumpe ist ein Gerät, das eine Dauertherapie mit diesem Wirkstoff ohne häufige Lumbal-Punktionen möglich macht, da hier das Medikament über eine in der Bauchhaut implantierte kleine Dosierpumpe in der individuell unterschiedlich erforderlichen Dosierung kontinuierlich direkt in den Lumbalraum abgegeben wird.
Es gibt technisch unterschiedliche Systeme: Die Freisetzung des Medikamentes wird entweder über Gasdruck kontinuierlich oder zusätzlich durch eine Mikrocomputer-Steuerung geregelt.
BandagengefühlGefühl der Einengung; kann bei MS bei Entzündungen im Rückenmark vorkommen.
Siehe auch: Parästhesie
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
BerührungsempfindungWahrnehmung von Berührungsreizen und die Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.
Beta-lnterferonEiweißkörper, der unter bestimmten Situationen von Fibroblasten gebildet wird, der inzwischen auch technisch rekombinant hergestellt werden kann. Es gibt ein Beta-Interferon 1a, das mit dem natürlichen Betainterferon identisch ist und in Hamsterovarzellen produziert wird sowie ein Beta-Interferon 1b, das in einem Bakterium (Escherichia coli) rekombinant hergestellt wird. Beide Beta-Interferone werden in der Behandlung der MS eingesetzt.
BlinkreflexLidschlussreflex. Beklopfen der Nasenwurzel mit dem Reflexhammer oder Finger löst Lidschluß aus. Fehlen kann ein Krankheitszeichen sein.
DeformationVerformung als Dauerzustand, Miss- oder Fehlbildung. Verschleiß, degenerativ (z.B. Arthrose).
DifferentialdiagnoseAbgrenzung einer Krankheit von anderen, ähnlichen Krankheitsbildern.
efferentabwärts, in Richtung der Muskulatur leitend. Wird bei der Beschreibung von Nervenleitbahnen verwendet.
epileptischer Anfallvorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
FatigueMS-Fatigue: vorzeitige allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit.
FazialispareseLähmung der Gesichtsmuskulatur.
Feinmotorikfeinere Bewegungen, z.B. der Finger.
Siehe auch: Grobmotorik
Grobmotorik
grobe Bewegungsabläufe wie Gehen oder Stehen.
FeldenkraismethodeEntspannungsmethode, die oft auch MS Patienten hilft. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein durch Bewegung zu erreichen.
FermentEiweißstoff, der bestimmte biochemische Reaktionen fördert.
Siehe auch: Enzym
Enzym
Ferment. Ein Eiweiß (Protein) in Sekreten und Zellen, das für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist oder diese überhaupt ermöglicht.
FibrinogenEiweißkörper im Blutplasma, aus dem Fibrin entsteht. Faktor der Blutgerinnung.
FibrinolyseAuflösung eines Blutgerinnsels.
Finger-Finger-Versuch (FFV)Bei geschlossenen Augen werden beide Zeigefinger mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen aufeinander zu geführt.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
Flushanfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl; Auslöser können verschiedene Arznei- oder Lebensmittel sein, aber auch hormonelle Veränderungen, Hitze oder psychovegetativer Stress.
fokalherdförmig, nur einen Teil betreffend.
FokusHerd, Ausgangspunkt für krankhafte Störungen. Auch: Mittelpunkt, Brennpunkt.
Fokussierunggenaues Anschauen, Hervorheben, Verdeutlichen; bei den Augen das Einstellen des scharfen Sehens (Fokussieren).
Foramen intervertebraleZwischenwirbelloch, durch das die Nervenwurzeln mit ihren motorischen und sensiblen Anteilen sowie den zugehörigen Blutgefäßen ziehen.
Foramen magnumLoch am Hinterhauptbein, in dem sich das verlängerte Rückenmark befindet, Verbindung zwischen Schädelinnenraum und Wirbelkanal.
FremdreflexReflex, bei dem das Organ, an dem der Reflex ausgelöst wird ein anderes ist als das, in dem der Reflex abläuft. Z.B. ein in der Haut ausgelöster Reflex löst eine Muskelanspannung aus.
Siehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
funktionelle StörungStörung der Tätigkeit von Organen ohne nachweisbare krankhafte (organische) Veränderungen.
Immundefektauch: Immundefizienz. Geschwächte bis fehlende Immunabwehr.
Infekteine Entzündung, die durch einen Erreger (Bakterium, Virus) hervorgerufen wird.
InfiltrationDas Eindringen fremder Zellen in Gewebe.
infratentoriellunter dem Tentorium (zeltförmige Falte der harten Hirnhaut) gelegen; betrifft v.a. den Hirnstamm und das Kleinhirn.
InfusionVerabreichung einer flüssigen Lösung (z.B. Medikament) in eine Vene (auch als "Tropf" bezeichnet).
InsuffizienzUnzulänglichkeit, unzureichende Funktion.
InterferonEiweißkörper, gebildet von einer virusinfizierten Wirtszelle mit Hemmwirkung gegenüber Virusvermehrung innerhalb der Zelle. Keine einheitliche Stoffgruppe.
isoelektrische Fokussierung (IEF)spezielle Methode zur Auftrennung der Eiweißkörper im Nervenwasser zur Untersuchung auf oligoklonale Banden.
klinischer Befundkörperlicher und Untersuchungsbefund.
Knie-Hacken-(Fersen)-Versuch (KHV)bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.
Siehe auch: Dysmetrie
Dysmetrie
Koordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
konfluierenzusammenfließen, sich vereinigen, z.B. Herde bei der MS.
KontrastmittelaufnahmeAnreicherung von Kontrastmittel im Gewebe; dient zur besseren Darstellung von z.B. Schädigungen im Gehirn mittels MRT.
Kraftgradezur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:
- 0 = keinerlei Muskelkraft
- 1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen ohne Bewegungseffekt
- 2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder des Gliedmaßenabschnitts
- 3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
- 4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
- 5 = normale Muskelkraft
Lähmung, schlaffegekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.
Lymphgefäßefadendünne Saugadern, die die Lymphe (Gewebesaft) in das Blutgefäßsystem (Kreislauf) zurückführen, nachdem zuvor der Lymphknoten durchflossen wurde.
ManifestationZeitpunkt, zu dem erstmals Krankheitserscheinungen feststellbar sind. Manifestationsalter: bestimmte Altersperiode, in der die betreffende Erkrankung häufig erstmals auftritt.
markhaltige NervenfasernNervenfasern mit Markscheide.
MSFC"MS Functional Composite": eine neuere Messmethode (Skala) für den Grad der Beeinträchtigung. Der MSFC erfasst neben der Beinfunktion und der Gehfähigkeit auch die Armfunktion und die geistigen Fähigkeiten, so dass er den Gesundheitszustand eines Patienten möglicherweise zuverlässiger und breiter widerspiegelt als der EDSS. Er gibt die Veränderungen im Gehirn besser wieder, die im MRT zu finden sind und korreliert besser mit den Angaben, die die Patienten zu ihrer Lebensqualität machten. Der Test dauert 15 Minuten.
MuskeleigenreflexSiehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Muskelfaserlanggestreckte, nur unter dem Mikroskop sichtbare Fasern (Muskelgewebe), zu Bündeln (Faszikeln) vereinigt, die sich auf Nervenreiz verkürzen und auf diese Weise die Muskelkontraktion herbeiführen.
Nervus facialisVll. Hirnnerv.
Versorgt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte. Bei Lähmung kann das Auge nicht geschlossen werden, die betreffende Gesichtshälfte ist schlaff, Stirnrunzeln, Wange aufblasen, Mund breitziehen, Lippenspitzen auf gelähmter Seite nicht möglich. Flüssigkeit läuft zum Mund heraus. Erhebliche kosmetische Entstellung.
Nervus olfactoriusI. Hirnnerv. Riechnerv. Vermittelt alle wahrnehmbaren Gerüche.
neuralgiformneuralgieartig.
Neurofibrillenfeinste Fasern (Neurofilamente und -tubuli) in den Ganglienzellen, vor allem in den Fortsätzen (Neuriten) der Ganglienzellen.
Neurofibrommeist gutartige Geschwulst, ausgehend von den bindegewebigen Nervenhüllen.
parainfektiösbegleitende andere (para = zugleich, daneben) Erkrankung, die im Verlauf einer Infektionskrankheit auftritt.
pathologischer ReflexReflex, der beim Gesunden nicht auftritt.
Siehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
PhantomgefühlEmpfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
postinfektiösim Anschluss an eine Infektionskrankheit auftretende andere Erkrankung (post = danach).
ProliferationZell- und Gewebsvermehrung.
Proteinstoffwechselalle biochemischen Vorgänge im Körper, die den Auf- und Umbau von Eiweißen betreffen.
Reflexunwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Risikofaktorenin der Medizin erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Krankheit zu erwerben, wenn bestimmte physiologische oder anatomische Eigenschaften, genetische Vorbelastungen oder Umwelteinflüsse vorliegen.
RumpfataxieSiehe auch: Ataxie
Ataxie(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.
-
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
-
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
schlaffe Lähmungbetrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung, Muskelatrophie, Muskeleigenreflexe abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit.
SchnürgefühlSiehe auch: Parästhesie
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Schub, aufgesetzterVon aufgesetzten Schüben spricht man v.a. bei sekundär progredienten Verläufen; d.h. wenn sich die Krankheit schleichend kontinuierlich verschlechtert, zu dieser Verschlechterung aber auch noch Schübe kommen. Das kann man sich als Darstellung so vorstellen als wenn auf einer schräg ansteigenden Geraden noch Schübe "aufsitzen".
schubförmigauch: schubförmig remittierender Verlauf der MS
Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.
SehnervenkopfSiehe auch: Papille des Sehnerven
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
signifikantwesentlich; wichtig; In der Statistik bei Studien werden Ergebnisse als signifikant bezeichnet, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie durch zufällige Zusammenhänge entstanden sind. Die Überprüfung erfolgt anhand spezieller statistischer Signifikanztests.
T-Zell-ImpfungExperimentelles Verfahren zur Behandlung von MS.
Bestimmte Abwehrzellen (T-Zellen), die sich gegen Bestandteile der Myelinscheide richten, sollen durch das Verfahren in ihrer Aktivität gehemmt werden.
TiefensensibilitätWahrnehmung der Stellung der Gelenke und des Spannungsgrades der Muskeln. (Zur Tiefensensibilität gehört auch das Vibrationsempfinden).
Trömner-ReflexDer Trömner-Reflex, benannt nach dem deutschen Neurologen Ernest Trömner, ist ein "gesteigerter Fingerbeugereflex".
Der Arzt löst ihn durch schnelles Anschlagen der eigenen Fingerkuppen gegen die Fingerkuppen 2-4 der locker und entspannt nach unten hängenden Hand des zu Untersuchenden aus. Positiv ist der Reflex, wenn sich die Fingerendglieder einschließlich Daumen nach dem "Anschlag" reflektorisch deutlich sichtbar kurz anbeugen. Fällt der Trömner-Reflex deutlich gesteigert aus, gilt dies als Hinweis auf eine Schädigung zentraler motorischer Bahnsysteme. Er ist dann ein pathologischer Reflex, der oft vor Auftritt sichtbarer Lähmungen Hinweise auf dezente neurologische Schädigungen der Reflex-Motorik bietet.
Ueberlaufblase(auch unter dem Begriff Überlaufinkontinenz bekannt); unwillkürlicher Harnverlust, bei dem der Blasendruck den Druck der Muskulatur, die die Harnröhre normalerweise verschließt übersteigt. Dadurch kommt es zum "Überlaufen" der Blase.
Siehe auch: Inkontinenz
Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Uhthoff-phänomenbei Patienten mit Multipler Sklerose auftretende Verschlechterung neurologischer Symptome oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Rahmen erhöhter Umgebungs- oder Körpertemperatur (warmes Wetter, heiße Bäder, Fieber, körperliche Anstrengung), die im extremen Fall zur vorübergehenden kompletten Lähmungserscheinungen führen kann. Die Symptome bilden sich jedoch nach einer Absenkung der Temperatur immer wieder zurück.
vegetative FunktionenRegulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
verifizierenbestätigen, beglaubigen
Verlauf der MSkann sehr unterschiedlich sein; drei hauptsächliche Verlaufsformen.
Siehe auch: schubförmig, sekundär progredient
schubförmigauch: schubförmig remittierender Verlauf der MS
Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.
sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
VibrationsempfindenWahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.
Siehe auch: Pallästhesie
Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.